Spuren der Vergangenheit

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Eine wichtige Rolle unserer Arbeit kommt auch der Vermittlung und der Erforschung der Geschichte des Ortes zu. Heute ist von dem 1114 durch Hirsauer Mönche gegründeten Kloster oberflächlich kaum noch etwas erhalten. Am Westrand der Anlage befindet sich aber noch das ehemalige Gästehaus des Klosters, welches weitgehend in seinem romanischen Ursprungszustand erhalten ist und damit eines der wertvollsten Baudenkmäler der Region ist.

Im Osten des Klostergeländes war vor einigen Jahren ein kleiner Teich angelegt worden, ohne dass bei diesem Bodeneingriff archäologische Beobachtungen stattfinden konnten. Erst jetzt wurde es durch die geplante Erneuerung der Teichfolie möglich, einen Blick unter den Wasserspiegel zu werfen. Die Arbeiten wurden und werden alle ehrenamtlich durch die Mitglieder und Helfer des Vereins durchgeführt und von einem erfahrenen Archäologen geleitet.

Schon beim Entfernen der Teichfolie kamen umfangreiche Mauerreste zu Tage, die die Erwartungen bei Weitem übertrafen! Dadurch das das Kloster in den Jahren um 1660 zur Gewinnung von Baumaterial für den Neubau der Zeitzer Moritzburg vollständig abgebrochen worden war und trotz dreier archäologischer Untersuchungen im 19. Jahrhundert gab es nämlich immer noch keine Möglichkeit, die Lage der Klosterkirche und der Klosterbauten exakt im Gelände zu verorten.

In der Untersuchungsfläche wurde nun ein sehr großer Mauerblock angetroffen, der sich nach seiner Freilegung als der östliche Abschluss der Klosterkirche identifizieren ließ. Von diesem Ostabschluss ist nur das Fundament erhalten, woraus sich die Fußbodenhöhe innerhalb des Bauwerkes ermitteln lässt. Die angeschnittenen Erdschichten zeigen ganz deutlich, dass diese Fläche zumindest bei den archäologischen Grabungen im Jahre 1874 bereits einmal geöffnet gewesen ist.

Mit dem aufgedeckten Fundamentblock wird es nun erstmals möglich sein, die genaue Lage der Kirche zu rekonstruieren. Von immenser Bedeutung ist dabei ein erst vor wenigen Jahren aufgefundener Plan des Klosters aus dem Jahre 1659, also unmittelbar vor dem Abbruch der Anlage. In diesem Plan finden sich genau die Details, die den aufgefundenen Fundamentblock eindeutig identifizieren.

Luftbild der Grabungsstelle (West nach Ost). (Bild: Philipp Baumgarten)
Das radiale Sandsteinfundament stellt den apsidialen romanischen Chorschluss von 1120 dar. (Bild: Philipp Baumgarten)

In der kleinen Untersuchungsfläche wurde noch ein weiteres Fundament aufgedeckt. Es handelt sich eher um eine Schüttung aus wohl aufgesammelten Sandsteinen. Momentan können noch keine Aussagen zum Alter und zur Bedeutung dieses Fundamentbefundes gemacht werden.

Versuch der Lokalisierung nach dem Grabungsplan von Gustav Sommer von 1874. (Bild: Philipp Baumgarten)

Das Interesse ist groß an dieser aktuellen archäologischen Entdeckung und so fanden gestern zum Tag des offenen Denkmals einige hundert Menschen den Weg nach Posa. Zwei Führungen wurden durch Philipp Baumgarten und Holger Rode gegeben und ließen die Besucher in den kulturhistorischen Wert der Anlage Posa eintauchen.

Weiterführende Literatur aus der Edition Posa: http://www.kloster-posa.de/produkt-kategorie/lesen/

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