Allgemein
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Im Jahr 2013 wurde der Verein „Kultur- und Bildungsstätte Kloster – Posa e.V.“ gegründet, welcher es sich zur Aufgabe gemacht hat, den historischen Ort des ehemaligen Klosters wiederzubeleben. Im November des gleiches Jahres bekam er schließlich die Pacht des städtischen Geländes übertragen. Das Konzept Posa sieht vor, Angebote vor allem in den Bereichen der Kultur und Bildung zu schaffen, die Vernetzung und den Austausch in diesen Disziplinen zeitgenössisch und nachhaltig zu fördern sowie Aspekte des gemeinschaftlichen Lebens miteinander zu vereinen. Dazu zählen Themenschwerpunkte wie: Natur- und Umwelt, Medien und Kunst, Handwerk und Gewerbe, Gesellschaft und Technik, Wissenschaft und Wirtschaft. Aus dem Wunsch heraus das vorhandene und besondere Potential des Klostergeländes, der Stadt Zeitz und ihrer Umgebung zu stärken, setzen sich die Mitglieder für das Erschaffen neuer soziokultureller Strukturen in dieser Region ein.

Um Posa eine Nutzung als Veranstaltungs- und Seminarort zuzuführen, ist eine Infrastruktur notwendig, die nach und nach entstehen soll: Cafébetrieb und Hofladen mit einem Sortiment aus eigenen, regionalen und biologischen Produkten dienen zur Versorgung der Besucher und der dort lebenden Gemeinschaft. Eine Herberge erleichtert zudem einen Aufenthalt aus weiterer Entfernung. Verschiedene implementierte Werkstätten bieten die Möglichkeit, sich künstlerisch und handwerklich auszuleben und weiterzubilden.

Indem die Mitglieder des Vereins auch gleichzeitig Bewohner des Areals sind, entsteht eine Dichte zwischen Wohnen und Wirken, die dem einsten Klosterleben nahe kommt. Die Gruppe der Akteure ist bestrebt, in Auseinandersetzung mit internen und externen Vorstellungen und Werten, neue Ideen des Zusammenlebens zu formulieren („Posaer Manifest“). Dieses soll die Grundlage für die neue Klostergemeinschaft sein, um das Kultur- und Bildungsangebot auf Posa zu strukturieren.

Mit dem Bewusstsein über die repräsentative Funktion des Vereins durch den Aspekt der Öffentlichkeit werden Tätigkeitsfelder entwickelt und evaluiert. Beispielsweise entsteht eine Naturerlebnisschule, die inhaltlich nicht nur das Potential der hiesigen Natur weitervermittelt, sondern auch zum achtsamen Umgang mit ihr anregt. Damit leistet der Verein einen Beitrag zum notwendigen Bewusstsein für Nachhaltigkeit, was für die Haltung des Vereins zum Umgang mit ökologischen Ressourcen steht.

Die Symbiose aus einem bedeutenden Klosterareal in der Verbindung mit kreativen und engagierten Menschen kommt sowohl dem Ort an sich, wie auch, in nicht unerheblichem Maße, der Stadt Zeitz und ihrer Außenwirkung in den Bereichen Bildung, Kultur und Tourismus gleichermaßen zugute und gestaltet Zukunft auf der Basis von Tradition.

 

Satzung des Kultur- und Bildungsstätte Kloster Posa e.V.

 

Satzung

§ 1 Name

  1. Der Verein führt den Namen „Kultur- und Bildungsstätte Kloster Posa“
  2. Er soll in das Vereinsregister eingetragen werden und führt dann den Zusatz „e.V.“.

§ 2 Sitz

Der Verein hat seinen Sitz in 06712 Zeitz, Kloster Posa 2.

§ 3 Zweck und Steuerbegünstigung

  1. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

 

Zweck des Vereins ist die

– Denkmalpflege in und Schutz der Kulturlandschaft Kloster Posa

– Förderung der Kinder-, Jugend-, Familien- und Erwachsenenbildung

– Förderung des Natur- und Umweltschutzes, der Landschaftspflege, sowie des ökologischen Land- und Gartenbaus

– Förderung von Kunst, Kultur und traditionellen Handwerken

– Förderung der Gesundheitspflege

– Unterstützung und Förderung sozialer Arbeit im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, Senioren, Benachteiligten und behinderten Menschen

  1. Der Zweck des Vereins wird verwirklicht insbesondere durch:

– Anregung, Vorbereitung und Durchführung von Projekten und Vorhaben im Bereich der Sozial-, Kunst-, Kultur-, Natur- und Medienpädagogik

– Erhalt und Schutz der anliegenden Streuobstwiesen und Ausbau der Klostergärten

– Kooperation mit Vereinen, Behörden, Einrichtungen, Initiativen und BürgerInnen, die dem Vereinszweck ähnliche Ziele verfolgen

– Musik, traditionelle Handwerke, Theater, Kunstausstellungen und Kulturveranstaltungen sowie durch alle sonstigen geeigneten Maßnahmen.

  1. Der Verein ist selbstlos tätig, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
  2. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden.
  3. Die Mitglieder erhalten für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten keine Zuwendungen aus den Mitteln des Vereins.
  4. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.
  5. Die Vereins- und Organämter werden grundsätzlich ehrenamtlich ausgeübt, soweit nicht die Mitgliederversammlung etwas anderes bestimmt.
  1. Die Mitgliederversammlung kann beschließen, dass Vereins- und Organämter entgeltlich auf der Grundlage eines Dienstvertrages oder gegen Zahlung einer pauschalierten Aufwandsentschädigung ausgeübt werden. Des Weiteren kann sie entgeltliche Verträge zwischen Verein, Mitgliedern und den Organen des Vereins beschließen. Für die Entscheidung über Vertragsbeginn, Vertragsinhalte und Vertragsende ist der Vorstand gem. § 26 BGB zuständig.
  2. Der Vorstand kann bei Bedarf und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Haushaltslage Aufträge über Tätigkeiten für den Verein gegen eine angemessene Vergütung oder Honorierung an Dritte vergeben, das schließt den Abschluss von Anstellungsverträgen ein.
  3. Weitere Einzelheiten regelt die Finanzordnung des Vereins, die von der Mitgliederversammlung erlassen und geändert wird.

§ 4 Mitgliedschaft

      1. Mitglieder des Vereins können natürliche und juristische Personen werden.
      2. Es ist ein schriftliches Aufnahmegesuch an den Vorstand zu richten. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand. Ein Aufnahmeanspruch besteht nicht. Die Ablehnung durch den Vorstand ist nicht anfechtbar.
      3. Die Mitgliedschaft endet durch Tod, Austritt oder Ausschluss.
      4. Der Austritt ist schriftlich dem Vorstand gegenüber zu erklären. Er wird zum Ende des Kalenderjahres, in dem der Austritt erklärt wird, wirksam.
      5. Über einen Ausschluss entscheidet die Mitgliederversammlung mit zwei Drittel Mehrheit. Dem Auszuschließenden ist vor der Beschlussfassung eine Anhörung zu gewähren.
      6. Zum Ehrenmitglied können natürliche Personen ernannt werden, die sich in besonderer Weise um den Verein verdient gemacht haben. Hierfür ist ein Beschluss der Mitgliederversammlung erforderlich. Ehrenmitglieder sind von der Beitragszahlung befreit und haben ansonsten die gleichen Rechte und Pflichten wie aktive Mitglieder.

Fördermitglied kann jede natürliche oder juristische Person werden, die sich zwar nicht aktiv betätigen, jedoch die Ziele und den Zweck des Vereins fördern und unterstützten möchten. Fördermitglieder besitzen das Rede- und Antragsrecht auf Versammlungen, jedoch kein Stimm- oder Wahlrecht.

 

§ 5 Beiträge, Finanzen und Mittelverwendung

  1. Es werden Geldbeiträge als regelmäßige Jahresbeiträge erhoben.
  2. Es wird eine einmalige Aufnahmegebühr erhoben.
  3. Die Höhe, Fälligkeit und Art der Mitgliedsbeiträge werden in einer gesonderten Finanzordnung geregelt, die von der Mitgliederversammlung erlassen und geändert wird.
  4. Ist ein Mitglied länger als 1 Jahr mit der Zahlung von Beiträgen im Rückstand endet seine Mitgliedschaft automatisch.
  5. Rechnungslegungen erfolgen anhand der gesetzlichen Vorschriften.
  6. Im Rahmen der Mittelverwendung und Bildung von Rücklagen müssen die aktuellen gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden (§ 55ff AO).


§ 6 Organe

Organe des Vereins sind der Vorstand und die Mitgliederversammlung.

§ 7 Mitgliederversammlung

  1. Die Mitgliederversammlung ist zu berufen, wenn es das Interesse des Vereins erfordert, jedoch mindestens jährlich einmal. Die Mitgliederversammlung ist vom Vorstand unter Einhaltung einer Frist von zwei Wochen einzuberufen. Die Einberufung der Versammlung muss die Gegenstände der Beschlussfassung (Tagesordnung) bezeichnen. Die Einberufung erfolgt schriftlich an die zuletzt mitgeteilte Anschrift. Ist eine Emailadresse des Mitgliedes mitgeteilt, kann die Einladung dieses Mitgliedes auch an die zuletzt benannte Emailadresse erfolgen, wenn es nichts anderes schriftlich gegenüber dem Verein bestimmt hat.
  2. Die ordnungsgemäß einberufene Versammlung ist stets beschlussfähig.
  3. Die Versammlung wird, soweit nichts abweichend beschlossen wird, von einem Mitglied des Vorstandes geleitet.
  4. Beschlussfassungen und Wahlen erfolgen offen. Blockwahlen sind zulässig. Die Mitgliederversammlung kann abweichende Verfahren beschließen.
  5. Beschlüsse und Wahlen sind zu protokollieren. Das Protokoll hat Ort, Datum, Tagesordnung und das Ergebnis der Abstimmungen/Wahlen zu enthalten und ist vom Versammlungsleiter zu unterschreiben.
  6. Soweit keine anderen Mehrheiten gesetzlich oder in dieser Satzung vorgeschrieben sind, genügt für die Beschlussfassung die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Stimmenenthaltungen gelten als nicht abgegebene Stimme. Die Änderung des Satzungszwecks bedarf der Zwei-Drittel-Mehrheit. Weitere Änderungen der Satzung bedürfen der Zwei-Drittel-Mehrheit.
  1. Die Mitgliederversammlung kann auf Antrag eines Mitgliedes jederzeit einen Kassenprüfer aus den Reihen der Mitglieder bestellen.
  1. Vollmachten oder Stimmboten sind nicht zugelassen.


§ 8 Vorstand

  1. Nur ordentliche Vereinsmitglieder können im Vorstand tätig werden.
  2. Der Vorstand im Sinne des § 26 BGB besteht aus 5 Personen.
  3. Jedes Vorstandsmitglied ist einzelvertretungsberechtigt.
  4. Die Vorstandsmitglieder werden auf die Dauer von 2 Jahren bestellt. Sie bleiben jedoch auch darüber hinaus bis zur Neuwahl des Vorstands im Amt.
  5. Die Mitgliederversammlung kann durch einfache Mehrheit Vorstandmitglieder vorzeitig von ihren Aufgaben durch Widerruf entbinden, wenn diese ihre Aufgaben nicht pflichtgemäß wahrnehmen. Bei vorzeitigem Ausscheiden eines Vorstandsmitgliedes kann die Mitgliederversammlung eine kommissarische Vertretung bis zur nächsten ordentlichen Wahl bestimmen.
  6. Der Vorstand organisiert seine Aufgabenverteilung eigenverantwortlich, insbesondere bestimmt er innerhalb von vier Wochen aus seinen Reihen die Kassenwartschaft. Darüber ist ein Protokoll zu führen.
  7. Vorstehende Regelungen gelten für die geborenen Liquidatoren entsprechend.


§ 9 Auflösung

Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an eine juristischen Person des öffentlichen Rechts oder eine andere steuerbegünstigte Körperschaft zwecks Verwendung zur Förderung der Kinder-, Jugend-, Familien- und Erwachsenenbildung oder der Förderung des Natur- und Umweltschutzes und der Landschaftspflege.

 

Grundriss der ehemaligen Klausur
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Im sächsischen Hauptstaatsarchiv befindet sich der einzig überlieferte Grundriss der ehemaligen Klausur des Kloster. Der Bau und die Lage der Profanbauten und Peripherie sind weiterhin nur durch die Kupferstiche von Dillich (1628), Merian (1650) und die Gemälde aus dem Reisetagebuch des Pfalzgrafen Ottheinrich (1536) zu interpretieren. Auch die genaue Lage der einstigen Klosterkirche ist bis heute nicht genau bestimmt.


Klosterbrunnen

Bei Gartenarbeiten haben wir kürzlich den historischen Klosterbrunnen gefunden! Er befindet sich im südlichen Hinterhof und liegt damit außerhalb der ehemaligen Klausur. Der Brunnen ist circa 50cm unter der Grasnarbe, die bereits entfernt wurde. Die obere Öffnung des Brunnens wurde vor langer Zeit mit einer Gewölbedecke aus Ziegelsteinen verschlossen. Darauf befindet sich ein Sandsteinpflaster. Der Zugang zum Brunnen ist momentan nur durch ein etwa 10x10cm großes Loch gegeben.

brunnen2_webDer Durchmesser des Brunnen schwankt zwischen 2,5m und 3,5m (nach unten breiter werdend). Die derzeitige Tiefe ist mit 30-35m anzugeben. Der Brunnen führt kein Wasser mehr, da der Brunnenschacht im unteren Teil mit Bauschutt verfüllt wurde. Der topographische Höhenunterschied zum Fockendorfer Grund beträgt in etwa 40m, sodass davon auszugehen ist, dass der Brunnen eine ursprüngliche Tiefe von mehr als 40m hatte, um entsprechendes Grundwasser zu erreichen.

    Als eines der einzigen aus der Klosterzeit stammenden Bauwerke, ist der Brunnen ein Symbol der Fruchtbarkeit und des Lebens. Die Mehrdeutigkeit des Brunnens als Motiv spricht Bände. Da so gut wie keine ursprüngliche Bausubstanz des ehemaligen Klosters erhalten ist, liegt uns dieser Fund besonders am Herzen – bezeugt er doch auch baugeschichtlich eine Meisterleistung. Unser Anliegen ist es, den Brunnen als kulturhistorisches Denkmal wieder sichtbar zu machen und zu erhalten. Damit möchten wir den Ort Posa als auch die Stadt Zeit touristisch und geschichtlich aufwerten. Unsere oberste Priorität besteht in der Verkehrssicherung! Daher ist es unser Anliegen diese „Baustelle“ abzuschließen und keine unnötige Zeit verstreichen zu lassen. Dazu sind wir weiterhin auf Sponsoren und Förderer angewiesen, diesen angestrebten Zustand zu erreichen.

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Taubenturm

Der vermutlich um 1530 erbaute und noch gut erhaltene Taubenturm stellt das Zentrum der heutigen Klosteranlage dar. In seiner oktogonalen Grundform ist er bildgebend für das Corporate Design von Posa.
Die Bastelkarte wurde von Michael Lenz erstellt (http://www.lenzpluslenz.de).

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Chronik des ehemaligen Benediktinerkloster Posa

1114

Der Naumburger Bischof Dietrich I. leitete mit der Einrichtung einer hölzernen Kapelle auf dem Posaer Berg die Stiftung des Benediktinerklosters Bosau (Posa) ein.


1115

Die von Dietrich I. nach Zeitz beorderten Hirsauer Mönche, unter Abt Urban, begannen mit dem Bau einer steinernen Klosterkirche auf dem Bergsporn. 


1121

Vom 9. November diesen Jahres datiert die Stiftungsurkunde des Benediktinerklosters Bosau. Die Jungfrau Maria wurde Hauptpatronin und Namensgebern des Bosauer Klosters Hirsauer Observanz.


1160

Das Kloster befand sich unter kaiserlichem Schutz (Kaiser Friedrich I.)


1468

Der Bosauer Orden schloss sich der Bursfelder Union an.


um 1540

Da das Kloster, auf Naumburger Stiftsgebiet gelegen, zu allen Zeiten dem besonderen Schutz der Naumburger Bischöfe unterstand, blieb es bis 1541von den Visitationen der kurfürstlich-sächsischen Beamten verschont.

Erst 1541 enden hier die katholischen Messen. Der Konvent aber blieb zunächst weiter bestehen.


1551

Nachdem Bischof Julius Pflug die Wiederbelebung des Bosauer Ordens während seiner Arbeitszeit nicht gelang, erfolgte die endgültige Aufhebung des Klosters. Der Bischof übernahm, mit Zustimmung des Benediktinerordens, die Verwaltung der Klostergüter.

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