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Historische Einblicke


Das sogenannte „Abtshaus“ ist eines der letzten baulichen Zeugnisse des Kloster Posa, eines Benediktinerklosters, daß 1114 durch Bischof Dietrich gegründet wurde. Über die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse, wahrscheinlich ist es Gästehaus und/oder Krankenstation ( Infermerie) gewesen. Der Name „Abtshaus“ ist denkbar als Verwechslung mit der „Abtei“, die wohl an Stelle des derzeitigen Haupthauses stand. Aber um 1500 wurden in vielen Klöstern (1507 in Schulpforta, 1517 in Memleben) Gebäude, die wie das „Abtshaus“ außerhalb der Klausur lagen, zu Abtswohnungen umgebaut. Einen Beweis, dass das auf Posa auch geschah, gibt es (noch) nicht, so bleibt erstmal weiter unklar, warum das Gebäude als Abtshaus bekannt ist. Gesichert ist ein Umbau des romanischen Gebäudes ab dem Jahr 1499, die dendrochronologische Untersuchung des Dachstuhls ergab diese Jahreszahl.

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So könnte das Abtshaus einmal ausgesehen haben.

Eine Rekonstruktion von Wolf Dietrich Reimann mit fachlicher Beratung durch Bauhistoriker Mark Bettge. 

Ganz neu ist die Entdeckung und Untersuchung eines Holzbalkens im Deckenbereich des Erdgeschoßes. Dieser Eichenbalken stammt aus dem Jahr 1169 (+/- 4 Jahre) und stützt so andere Hinweise auf die Erbauung des Abtshauses in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.

Wie sah das Haus damals aus? Ein großes Gebäude aus Sandstein neben dem Klausurbereich des Klosters mit einer Grundfläche von ca. 30 x 10 m. Im Erdgeschoß gab es eine Flachdecke aus Eichenbalken und gekuppelte romanische Fenster, ob es eine Unterteilung in einzelne Räume gab, kann derzeit nicht festgestellt werden. Das 1. Geschoß hatte eine Unterteilung in 3 Räume, die von außen über Holztreppen erreichbar waren. In einem Raum, der mit feinem weißen Glattputz versehen war, gab es eine Heizmöglichkeit. Auch im Obergeschoß prägten gekuppelte romanische Fenster die Ansicht des Hauses. 

Im Jahre 1499 begann die gotische Umbauzeit. Dabei wurden im Erdgeschoß 4 Tonnengewölbe eingebaut, der Boden zwischen dem Erdgeschoß und der oberen Etage wurde um 80 cm erhöht.  Der Dachstuhl, der als Sparrendach neu aufgebaut wurde, besitzt 3 Stuhlebenen und besteht aus Tannenholz.

 
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