Natur & Umwelt

Im Jahre 1898 wurde eine 4,5 ha große Streuobstwiese auf dem Bergsporn des Klosters Posa mit hochstämmigen Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäumen angelegt und prägt seitdem das kulturhistorische Erscheinungsbild der gesamten Klosteranlage. Die Streuobstwiese ist Bestandteil der südlich exponierten Hangbereiche am Kloster Posa, die mit zu den ökologisch wertvollsten Flächen im unmittelbaren Umfeld der Stadt Zeitz zählen. Mosaikartig fügen sich hier Streuobstwiesen, Halbtrockenrasen, kleinere Hangwälder, Gebüschgruppen und Heckenstrukturen aneinander. Neben vielen Vogelarten wie Neuntöter, Gartenrotschwanz und Grünspecht, bietet diese Biotopvielfalt auf engsten Raum auch unterschiedlichen Kleinsäugern, Reptilien, und zahlreichen wirbellosen Tierarten Lebens- und Nahrungsraum.

Im Mai 2015 pachtete der Verein die vier Hektar große, auf den Hangbereichen des Klosters gelegene, stark pflegebedürftige Streuobstwiese mit hochstämmigen Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäumen, um notwendige Maßnahmen zur Aufwertung des ökologisch wertvollen Biotops zu verfolgen. Wichtiges Ziel ist seither die vollständige Sanierung der Streuobstwiese, um das Nutzungskonzept zur langfristigen Erhaltung des Lebensraums Streuobst etablieren zu können.

Das Konzept beinhaltet die extensive Pflege des Baumbestandes und des Unterwuchses, die Förderung der Sortenvielfalt durch Neupflanzung alter Obstsorten, die öffentliche Ernte und das Keltern der Äpfel und Birnen, das Herstellen von Fruchtaufstrichen, das Aufstellen von Honigbienen, die Erhaltung des kulturhistorisch wertvollen Erscheinungsbild der Klosteranlage sowie das Zugänglichmachen der Wiese für die Öffentlichkeit für Erholung und Bildungsaktivitäten.

Die Posaprodukte werden in Kooperation mit dem Weinhof Posa auf Märkten, kulturellen Veranstaltungen und der Weinterrasse zugunsten der gemeinnützigen Zwecke des Vereins verkauft.

Der ehemalige Ziergarten des Klosters wurde mit viel ehrenamtlichen Engagement in einen naturnahen Garten umgewandelt. Mittlerweile ist der Garten zu einem Ort der bunten biologischen Vielfalt geworden. Er bietet einen attraktiven Lebensraum für Pflanze, Tier und Mensch. In ihm finden seltene Kultursorten, Kultur- und Wildkräuter, Obst und Gemüse, geschützte Pflanzen, insektenfreundliche Blühpflanzen und Kleinstbiotope, z.B. eine Insektenwand und Reisig- und Steinhaufen für Eidechsen und andere Kleintiere, ihren Platz. Er lädt interessierte Menschen ein, sich zu erholen, zu entspannen, zum Naturerleben, Lernen, Spielen als auch zum Arbeiten und Ernten.

Die Umweltwerkstatt ist ein Projekt der Kultur- und Bildungsstätte Kloster Posa e.V., welches 2014 ins Leben gerufen wurde, um sich aktiv für den Natur- und Umweltschutz im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung einzusetzen. Ziele des Projekts sind die biologische Vielfalt zu erhalten und zu entwickeln und natürliche Ressourcen wie Wasser, Boden und Luft zu schützen. Daneben sollen regionale Wirtschaftskreisläufe, ein weniger bzw. ökofaires Konsumieren und alltagsorientierte Handlungskompetenzen gefördert werden. Die Akteure der Umweltwerkstatt geben Wissen und Erfahrungen durch Aktionen vor Ort und anderswo, informelle Bildungsangebote und Vernetzung an eine breite Zielgruppe weiter.

Die Pflege und Nutzung der Streuobstwiese als Hotspot der biologischen Vielfalt, historischer Kulturlandschaft, Erholungsraum für Groß und Klein, sowie Fruchtlieferant für Posaprodukte gehören zu den Anliegen der Umweltwerkstatt, als auch die naturnahe Gestaltung und Bewirtschaftung des Klostergartens zur Förderung der Sorten-, und Artenvielfalt.